YB-Juwel Lewin Blum

Die von Christian Nägeli präsidierte Senatorenvereinigung des FC Langenthal kann ihren Mitgliedern regelmässig interessante Talk-Gäste präsentieren – in der Regel aus dem Bereich des Fussballs. Letzthin waren dies Schriftsteller und YB-Fan Pedro Lenz, der ehemalige GC-Präsident Stephan Anliker, die Legenden Alain Sutter und Hanspeter Latour, der damalige YB-Sportchef Christoph Spycher, Andres Gerber als damaliger Sportchef des FC Thun und YB-Torhüter David von Ballmoos. Diesmal gelang es dem bei den FCL-Senatoren für Anlässe zuständigen Vorstandsmitglied Toni Widmer erneut, einen Hochkaräter zum Fussball-Talk ins FCL-Beizli einzuladen: YB-Rechtsverteidiger Lewin Blum. Aktueller geht es nicht, denn der 21-Jährige – sein Stammklub ist der FC Roggwil – ist mit YB Schweizermeister geworden und visiert als nächstes Ziel den Gewinn des Cupfinals vom Sonntagnachmittag im Stadion Wankdorf gegen den FC Lugano an.

Vom FC Roggwil zur U-12-Mannschaft von YB

30 der aktuell 70 Mitglieder der FCL-Senatoren (sie zahlen jeweils 280 Franken pro Saison) waren der Einladung gefolgt und empfingen den sympathischen YB-Abwehrspieler mit viel Applaus. Toni Widmer hatte sich für diesen Fussball-Talk bestens vorbereitet, um dem YB-Juwel interessante Fragen zu stellen. So berichtete Lewin Blum, von Toni Widmer entsprechend befragt, wie er durch seinen Vater zum Fussball und damit vorerst zum FC Roggwil gekommen ist. Bald schon habe er dann den Sprung in die U-12-Equipe des BSC Young Boys gewagt und fortan bei YB in allen jeweils nächsthöheren U-Mannschaften gespielt. Diese Zeit sei für ihn sehr herausfordernd gewesen, habe er doch sechsmal wöchentlich trainiert und nur einen trainingsfreien Tag gehabt. Das sei meist der Donnerstag gewesen. Zuletzt habe er nebenbei noch eine KV-Lehre absolviert. Er habe bei YB einen 4-Jahres-Profi-Vertrag angeboten erhalten und diesen abgeschlossen. Danach sei er von YB an Yverdon in die Challange League ausgeliehen worden. Zu Yverdon deshalb, weil bei diesem Club der Challenge League die Aussichten besonders günstig waren, dass er viel Spielzeit erhalten werde. Weil dann YB-Spieler Silvan Hefti den Schweizermeister im Januar 2021 verliess und sich dem FC Genua anschloss, war plötzlich Platz für Lewin Blum. «Deshalb zog YB die Option und holte mich von Yverdon zurück nach Bern», so der Oberaargauer.

Lewin Blums Ziel könnte in einem oder zwei Jahren die Bundesliga sei

«Bei YB musste ich mich vorerst an den hohen Rhythmus gewöhnen», sagte Lewin Blum beim Fussball-Talk. Er schwärmte gleich vom Zusammenhalt im Team, von «unheimlich guten Typen» wie Fabian Rieder sowie Christian Fasnacht und nannte als Ziel, in einem oder zwei Jahren den Schritt ins Ausland – «eventuell in die Bundesliga» zu wagen. Der 21-jährige Rechtsverteidiger des BSC Young Boys durfte mit YB den Meistertitel feiern und peilt nun das Double an, wozu morgen Sonntag ein Sieg im Cupfinal gegen Lugano nötig ist. Der Abwehrspieler der Schweizer U-21-Nationalmannschaft erzählte, wie wohl er sich bei YB fühle, schwärmte vom Zusammenhalt im Team, von «unheimlich guten Typen» wie Fabian Rieder sowie Christian Fassnacht – ich bewundere seine «Cleverness» – und nannte als Ziel, in einem oder zwei Jahren den Schritt ins Ausland – «eventuell in die Bundesliga» zu wagen.

Mehrere Fragen aus dem Publikum – dann Geschenkübergabe

Trotz des tollen Teamgeistes existiere natürlich auf allen Positionen ein gesunder Konkurrenzkampf. Da müsse er täglich – ob im Training oder im Match – seine beste Leistung abrufen. Das sei es, was letztlich zähle. Aus dem Kreis der FCL-Senatoren-Mitglieder kamen auch noch mehrere Fragen, die der 1,81 Meter grosse Lewin Blum ruhig, sachlich und kompetent beantwortete. Ob er Kunstrasen oder Naturrasen bevorzuge, war eine dieser Fragen. Er spiele sehr gerne auf Kunstrasen, lautete Lewin Blums Antwort. Nicht so sein Ding seien schlechte Naturrasen, was Anfang Jahr halt zuweilen der Fall sei. YB-Trainer Raphael Wicky halte seine Ansprachen an die Mannschaft grundsätzlich auf Hochdeutsch – jedoch zum Teil auch noch in französischer Sprache, beantwortete Lewin Blum eine weitere Frage aus dem Publikum. Auch zu Stéphane Chapuisat, Christoph «Wuschu» Spycher und Steve von Bergen äusserte sich der Oberaargauer (sehr positiv). Nach dem Fussball-Talk überreichte Lewin Blum seinem Interviewer Toni Widmer das von ihm unterschriebene YB-Shirt «Blum» mit der Rückennummer 27. Toni Widmer seinerseits schenkte dem 21-Jährigen einen YB-Gurt aus der Kollektion seiner 1990 gegründeten Langenthaler Firma Accessoires Blitz GmbH und von den FCL-Senatoren einen Gutschein fürs Langenthaler Restaurant El Mosquito.

Viele Verletzte Spieler und viele Unentschieden

Dem Fussball-Talk voraus ging die 33. Hauptversammlung der FCL-Senatoren, zu welcher deren Präsident Christian Nägeli 30 der 70 Mitglieder begrüssen konnte – darunter auch Ehrensenator Markus Dübendorfer. In seinem Jahresbericht legte Christian Nägeli seinen Fokus auf die 1. Mannschaft, welche in der Erstliga-Saison 2022/23 letztlich den 13. Rang mit 32 Punkten aus 30 Partien belegte und dabei den FC Emmenbrücke (14.) sowie die beiden Absteiger FC Muri und SC Dornach hinter sich lassen konnte. „Unsere 1. Mannschaft hatte viel Pech mit verletzten Spielern“, sagte Präsident Nägeli, der auch darauf hinwies, dass der FC Langenthal gleich elf Partien mit einem Unentschieden beendete, was Rekord in dieser Erstliga-Gruppe bedeutet. Wichtig seien in der Endphase die Siege gegen Bassecourt (daheim) und Emmenbrücke (auswärts) gewesen. Auch die scheidenden Heinz Aebi (Teammanager) und Willy Neuenschwander (Trainer) äusserten sich zur nun beendeten Spielzeit 2022/23. „Wir haben zwar den Ligaerhalt geschafft, aber es war für mich eine enttäuschende und unbefriedigende Saison, die ich mir ganz anders vorgestellt hatte“, bemerkte Willy Neuenschwander. Aebi und Neuenschwander ernteten einen Riesenapplaus der Versammelten und den Dank auch von Thomas Biedermann, Präsident des FC Langenthal. Dieser verkündete „wesentliche Veränderungen“ im Kader der 1. Mannschaft. „Zehn Spieler sind in der neuen Saison nicht mehr dabei“, sagte er. Zu diesen würden auch die Langzeitverletzten zählen.

70 Mitglieder – bei einem Höchstbestand von einst 125

Der Mitgliederbestand der FCL-Senatoren bleibt bei einem Neueintritt und einem Austritt mit 70 konstant. Wehmütig blickt man hier zurück auf den Höchstbestand von einst 125 Mitgliedern. Es sei halt generell leichter, bei Top-Partien wie damals beim Cup-Heimspiel gegen den FC Luzern Neumitglieder zu gewinnen als letzthin während der Corona-Pandemie. Kassier Thomas Flury erläuterte die vom 1. Mai 2022 bis 30. April 2023 dauernde Jahresrechnung 2022/23, die mit einem Gewinn von 2474 Franken abschliesst. Haupteinnahmequelle waren die Mitgliederbeiträge von 19‘320 Franken. Auf der Ausgabenseite fallen der ordentliche Beitrag an den FC Langenthal mit 12‘000 Franken sowie der Beitrag an die FCL-Junioren mit 3000 Franken ins Gewicht. Das Budget 2023/24 bewegt sich im gleichen Rahmen. Sollte der FCL jedoch auf irgendeiner Ebene zu einem Höhenflug ansetzen, hätte der Vorstand die Kompetenz, dafür 5000 Franken einzusetzen, was dann zu einem Verlust von 3430 Franken führen würde. Einen Höhenflug mit diesen finanziellen Auswirkungen würden die FCL-Senatoren jedoch gerne in Kauf nehmen, zumal das Vermögen der FCL-Senatorenvereinigung per 30. April 2023 auf 14‘822 Franken angewachsen ist.

Text und Fotos: Hans Mathys