In der zweiten Runde des Schweizer Cups, Ausgabe 2024/2025, treffen unsere Langenthaler nach dem 2:0-Sieg über den FC Wallbach-Zeiningen, nun auf den letztjährigen Super Ligisten FC Stade Lausanne Ouchy. Zeit, um euch SLO etwas genauer vorzustellen.
Der Verein wurde 1901 als FC Signal Lausanne gegründet. 25 Jahre später entstand, aus der Fusion mit Cercle des Sports, dann der FC Stade Lausanne. In den folgenden Jahren pendelte die Mannschaft zwischen 1.Liga und 3.Liga. Viermal klopften die Waadtländer an den Türen der damaligen NLB, scheiterten aber jeweils in den Aufstiegsspielen.
Am 1.Juli 2000 fusionierte man mit dem FC Ouchy und somit wurde der heutige Vereinsname FC Stade Lausanne Ouchy Tatsache. Nach dem Abstieg in die interregionale 2.Liga, gelang rasch die Rückkehr in die 1.Liga. 2015 und im folgenden Jahr beendete Stade Lausanne Ouchy die Saison zwar auf dem ersten Rang der Westgruppe, verpasste aber den Aufstieg in die Promotion League gegen Kriens und United Zürich. Aber im Jahr 2017 war es dann soweit. Mit Siegen über die AC Bellinzona und den Lancy FC promovierte der Club in die dritthöchste Spielklasse. Doch dies sollte bekanntlich nur den Anfang der goldenen Jahre darstellen. Zwei Jahre danach ging es hoch in die Challenge League und wiederum vier Jahre danach, stand nach einem 3.Rang die Barrage gegen den ruhmreichen FC Sion bevor. Zur riesigen Überraschung der gesamten Fussball-Schweiz, siegte SLO in beiden, äusserst hitzigen Spielen (2:0 a/ 4:2 h) und schickte Sion in die Challenge League hinunter! Die darauffolgende Saison in der höchsten Spielklasse war wie erwartet hart und Stade Lausanne Ouchy stieg mit nur 7 Siegen aus 38 Partien, und dem daraus resultierenden letzten Tabellenrang wieder ab.
Auch der Start in die Challenge League verlief für das Team von Trainer Ricardo Dionisio, welches einige Abgänge zu verkraften hatte, nicht optimal. Nach drei Pleiten und zwei Unentschieden, gelang dem Absteiger, mit einem 3:0 auswärts gegen Stade Nyonnais, erst in der 6.Runde der erste Vollerfolg. Die erste Cup-Hürde, FC Echallens, überstand Stade Lausanne Ouchy mit einem 6:1-Sieg aber sehr souverän.
Aktuell sind bei SLO rund 800 Spieler aktiv, 80 Kinder in der Fussballschule und ca.80 Trainer für die 35 Teams verantwortlich. Die Waadtländer verstehen sich als Ausbildungsclub mit familiärem Ambiente. Die erste Mannschaft spielt seit 2020 im Stade de la Pontaise, hoch über der Stadt, die restlichen Teams unten am See, im Centre Sportif de Vidy. Präsidiert wird der Verein von Vartan Sirmakes. Der armenisch stämmige Unternehmer ist Besitzer und CEO der Luxus-Uhrenmarke Franck Muller. Trotz all den Erfolgen besitzt Stade Lausanne Ouchy bei weitem nicht die Strahlkraft eines Lausanne-Sports oder Lausanne-Hockey-Club. Die Zuschauerzahlen der letzten Jahre belegen dies zusätzlich: In der Aufstiegssaison waren es durchschnittlich 1190 Zuschauer, in der Super League dank vollen Gästesektoren immerhin 2519 und aktuell nach den Heimspielen gegen Schaffhausen und Aarau steht man bei 790 Besuchern im Schnitt.
Der FC Langenthal freut sich auf dieses Cupspiel und wird alles versuchen, um dem Oberklassigen die Stirn zu bieten und eventuell gar eine Überraschung schaffen zu können!