Gelingt dem FCL erneut der Sprung in die Schweizer Cup Hauptrunde?

Nach dem Abenteuer in der 100.Ausgabe des traditionsträchtigen Schweizer Cups, möchten die Langenthaler nur allzu gerne in der 101.Auflage, welche im Spätsommer 2025 beginnt, wieder mit dabei sein. Mit Siegen gegen Wallbach (2:0) und Stade Lausanne Ouchy (1:0), konnte sich der FC Langenthal für den Cup-Achtelfinal qualifizieren. Dort hatte man zwar dem FC Biel/Bienne wenig entgegen zusetzen und schied mit einer 0:6-Niederlage aus. Die Jungs wollen auch im nächsten Schweizer Cup wieder Geschichte schreiben. Dafür müssen sie aber zuerst in der zweiten Qualifikationsrunde den SV Schaffhausen bezwingen. Nach dem Rückschlag in der Meisterschaft gegen Wohlen, wird die Mannschaft von Trainer Maurizio Jacobacci, sicherlich die richtigen Lehren daraus gezogen haben. Doch wer ist diese Spielvereinigung Schaffhausen überhaupt? Nachfolgend ein Porträt über die "Spielvi", wie der Verein liebevoll genannt wird:

Gründung und erste Jahre des SV Schaffhausen

 

Es war in den 10-er Jahren des 20.Jahrhunderts. Dort wo heute Hornusser am Werk sind, auf dem Griesbach, fanden sich die neben dem FC Schaffhausen bestehenden Fussballteams zu ihren Heimspielen ein. Der FC Hohlenbaum und der Sportclub, welche vorallem aus Strassenkickern bestanden, empfingen dort Gegner aus der näheren Umgebung. Natürlich musste zuerst etwas geleistet werden, bevor man mit dem Fussball spielen beginnen konnte. Allein der Fussmarsch zum Griesbach war eine Art Einlaufen und das Sägemehl für die Linien wurde per Leiterwagen angekarrt. Bald einmal reifte der Gedanke zu fusionieren, um unter dem Namen Spielvereinigung Schaffhausen, schlagkräftiger zu werden. Während dem folgenden Bau des Bühl-Platzes waren die Spieler mehr mit Schaufel und Pickel in Aktion, als mit dem Fussball. Die Stadtverwaltung sorgte für das Herbeiführen von Schutt, von den Spielern wurde der Grund aufgeschüttet und geebnet. Kurz nach der Fertigstellung des Fussballplatzes waren auch die Grundlagen für die Fusionierung erfüllt und so wurde der SV Schaffhausen im Juli 1922 gegründet. Als Gast zur Platzeinweihung kam der FC Neumünster Zürich, welcher quasi als Patenclub antrat. Der SV Schaffhausen verlor recht unglücklich mit 1:2. In den Anfangsjahren spielten die Munotstädter hauptsächlich in der 3.Liga. Im Jahr 1949 verschwand dann der Name Spielvereinigung Schaffhausen für vier Jahre, da man sich dem FC Ceresio Schaffhausen anschloss und somit in der 1.Liga unter dem legendären Spielertrainer Albert Sing, der später zu den Young Boys Bern wechselte, weiterspielte. Ab 1953 wurde wieder der Name SV Schaffhausen benutzt, da viele Italiener zurück in die Heimat gingen. Ab den 80-er Jahren ging es mit der Spielvi sportlich wieder bergauf. Sie stieg in die 2.Liga und später sogar in die 1.Liga auf. In der Saison 1996/97 qualifizierten sich die Schaffhauser für die Aufstiegsspiele zur damaligen NLB. Zuerst setzten sie sich gegen Ascona (1:0 h / 2:1 a) durch, bevor dann der FC Serrières dank der Auswärtstorregel (3:4 a / 1:0 h )ausgebootet werden konnte. Dem entscheidenden Spiel gegen die Neuenburger wohnten rekordverdächtige 1813 Zuschauer im Bühl bei.

Aufstieg in die Nationalliga B

Nach dem geglückten Aufstieg in die NLB, stellte sich die Frage, ob die Spielvi überhaupt seine Spiele im Stadion Bühl austragen darf. Die Liga sagte rasch ab und so fragte man notgedrungen den grossen FC Schaffhausen um Gastrecht im Stadion Breite an. Dessen Präsident forderte dafür 41'000 Franken, untersagte dem Gast das Recht auf eigene Werbebanden und wollte obendrein noch die Catering-Einnahmen. Einzig der Vermittlung des Stadtrates war es zu verdanken, dass der SV Schaffhausen in der Breite Gastrecht bekam, mit eigener Werbung und eigenem Catering. Ebenso schmunzelt man heute über die Anekdote, dass die Mitglieder des SV Schaffhausen beim Erscheinen der Panini-Kleber, sämtliche Kiosk-Bestände der Fussball-Bildchen leer kauften. In der gleichen Liga wie der grosse FCS, das gab es schliesslich noch nie!!! Sportlich wurde es für die Spielvi erwartungsgemäss schwierig und so zeichnete sich der Abstieg auch früh in der Saison ab. Immerhin konnte nach einem 1:3 im ersten Derby gegen den FCS, das zweite dann mit einem 3:3-Unentschieden beendet werden. Insgesamt gab es in der NLB in 36 Spielen nur zwei Siege zu feiern und man war wohl nicht allzu traurig, wieder absteigen zu müssen! Damals waren in der zweithöchsten Liga auch illustre Namen wie BSC Young Boys oder der FC Lugano im Einsatz. Luganos Uwe Wegmann verdiente mit 400'000 Franken mehr, als die Spielvi, mit seiner nur aus Amateuren bestehenden Mannschaft, Budget hatte...

 

Aktuelle Situation der Spielvi

Nach Jahren in der 2.Liga und 2.Liga Inter, stiegen die Schaffhauser letzte Saison mit 73 Punkten aus 30 Spielen, wieder in die 1.Liga auf. Der erste Verfolger FC Frauenfeld wurde um ganze 13 Punkte distanziert. In der aktuellen Spielzeit hält der SV Schaffhausen gut mit in der 1.Liga, belegt Rang 10 mit 24 Punkten. Trainer Ken Schuler hofft, mit seinen Jungs den Coup gegen Langenthal zu landen. In der laufenden Rückrunde gab es aber für die Munotstädter noch keinen Sieg. Dreimal spielten sie gegen Höngg, Kreuzlingen und Taverne 1:1-Unentschieden und einmal bezogen sie im Tessin gegen Mitaufsteiger Collina d'Oro eine 0:7-Klatsche!

Wir heissen die Spielvi herzlich willkommen auf der Rankmatte!

 

Es verspricht am kommenden Samstag sicherlich ein spannendes Spiel zwischen dem FC Langenthal und dem SV Schaffhausen zu werden. Wie immer bei unseren Heimspielen, sind Stephan und Angi Bärtschi mit ihrem Team im Clubhaus-Restaurant bereit, um die Zuschauer mit Speis und Trank zu verwöhnen.

 

Besten Dank unseren Dauer-Matchballspendern!

Brieger Verpackungen AG - Schlieren und Couvet

Ducksch Anliker Architekten AG - Langenthal

Rieder H. Immobilien - Langenthal

AS Aufzüge - Schweiz

Raiffeisen Aare-Langete, Daniel Schick - Langenthal

Bürki Haustechnik AG - Langenthal

SABAG AG - Hägendorf

Clientis Bank - Oberaargau

Senatorenvereinigung - Langenthal