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FC LANGENTHAL
Ein etwas unscharfes Bild aus dem Europacupspiel der Landesmeister zwischen Neuchâtel Xamax und Real Madrid. Die Xamax-Spieler Robert Lüthi und Uli Stielike in Aktion gegen die Madrilenen.

Es war in den 1980-er und 90-er Jahren als der FC Neuchâtel Xamax vielen nahmhaften Gegnern im Europapokal das Fürchten lehrte. In europäischen Heimspielen in der alten Maladière, blieben die Neuenburger von 1981 bis 1997 unbezwungen. Insgesamt 27 Spiele (18 Siege, 9 Remis) lang währte diese Serie und auch einige Topp-Clubs wie Bayern München, Real Madrid oder Celtic Glasgow, mussten geschlagen aus Neuenburg abreisen!

Die historische Serie riss erst 1997 in der 1.Runde des Uefa-Cups, als sich Xamax dem italienischen Spitzenclub Inter Mailand mit 0:2 geschlagen geben musste. Die Serie begann am 16.September 1981, als Xamax dank den Toren von Robert Lüthi (2), Walter Pellegrini und Serge Trinchero, Sparta Prag gleich mit 4:0 abschoss. In der gleichen Saison gelangen weitere Europacup-Heimsiege gegen Malmö und Sporting Lissabon. Das Aus erfolgte dann im Viertelfinal gegen den Hamburger SV. Xamax konnte die 3:2-Niederlage aus dem Auswärtsspiel nicht mehr korrigieren und schied mit einem 0:0 aus. Im Uefa-Cup Ausgabe 1985/86 eliminierten die Westschweizer dank der Heimstärke dann der Reihe nach Sportul Studentesc aus Rumänien (3:0 h / 4:4 a), Lokomotiv Sofia aus Bulgarien (1:1 a / 0:0 h) und den schottischen Club Dundee United (1:2 a / 3:1 n.V. h), bevor mit Real Madrid im Viertelfinal ein grosses Kaliber wartete. Das Hinspiel gewannen die Madrilenen 3:0, im Rückspiel aber spielte Xamax gross auf und siegte dank Toren von Uli Stielike (11.Min.) und Maurizio Jacobacci (90.) mit 2:0. Ein Erfolg der zwar nicht zum Weiterkommen reichte, aber Xamax gewann dadurch enorm viel Hochachtung in ganz Europa! Ein Jahr später, wieder im Uefa - Cup, überstand Xamax die 1.Runde gegen Lyngby aus Dänemark souverän (2:0 h / 3:1 a), bevor ohne Niederlage (0:0 a / 1:1 h), wegen der Auswärtstore- Regel, gegen Groningen (NED) Schluss war. Nach dem Meistertitel 1987 durften die Neuenburger darauf gar im Meistercup (heutige Champions League) antreten, eliminierte dort zuerst die Finnen aus Lahti (5:0 h / 1:2 a) und lehrten dann dem grossen FC Bayern München das Fürchten. Xamax gewann das Hinspiel dank Treffern von Robert Lüthi und Beat Sutter mit 2:1, Für die Bayern traf damals ein gewisser Lothar Matthäus. Im Rückspiel durften die Neuenburger sehr lange auf das Wunder hoffen, bevor Hansi Pflügler in der 88.Minute und Jürgen Wegmann, zwei Minuten danach, den Hoffnungen jäh ein Ende setzte. Im Jahr darauf, erneut im Europapokal der Landesmeister, eliminierten die Westschweizer im 1/16-Final den AEL Larissa aus Griechenland und bezwangen eine Runde später zu Hause Galatasaray Istanbul mit 3:0. Lange bevor die Schweizer Nati 2005, die Schande von Istanbul erleben musste, hatte Xamax diese Höllentour schon durch gemacht. Xamax wurde sehr unfreundlich in der Türkei empfangen, vor dem Hotel wurde die ganze Nacht gelärmt und im Stadion flogen den Neuenburgern nicht nur die Bälle um die Ohren. Trainer Gilbert Gress sagte darauf, er habe zum ersten Mal in seinem Leben in einem Fussballstadion Angst gehabt und er sei froh gewesen, dass Admir Smajic, alleine vor dem "Gala"-Tor nicht das 4:1 gelungen sei. Mit diesem Tor, wäre nämlich Xamax weiter gewesen und die Delegation wäre wohl kaum heil zurück in die Schweiz gekommen! Die eingeschüchterten Spieler waren schlussendlich chancenlos und verloren das Rückspiel mit 0:5!

Ein weiteres ruhmreiches Kapitel in Europa, schrieben die Neuenburger im Achtelfinal des Uefa-Cup 1991/92, mit dem 1:0-Heimsieg erneut gegen Real Madrid. Auch wenn dann das Rückspiel mit 0:4 verloren ging. Eine Runde vorher demontierte man daheim das grosse und kaum bezwingbare Celtic Glasgow, dank einem Viererpack von Hossam Hassan (heute Nationaltrainer von Ägypten) und Christophe Bonvin gleich mit 5:1!  Im Uefa-Cup der Saison 1995/96 konnten weder Roter Stern Belgrad (0:0) noch die AS Roma (1:1) die Serie der Ungeschlagenheit durchbrechen. Erst die Europacup-Saison 1997/98 liess die Neuenburger wieder einmal eine Heimniederlage erfahren. Vorher hatte Xamax die Rumänen aus Tiraspol mit 7:0 und die Vikinger aus Norwegen mit 3:0 bezwungen. Dann aber kam der 30.September 1997. Inter hatte schon das Hinspiel 2:0 gewonnen und setzte sich in Neuchâtel mit dem selben Resultat durch und liess die Rekord-Serie enden!

 

Heute träumt man in Neuchâtel nicht mehr von europäischen Nächten, sondern hofft auf einen Heimsieg gegen Winterthur!

Aktuell steht Xamax mit 12 Punkte aus neun Spielen nur auf Rang 6 der Challenge League. Die lange Länderspielpause hatten die Jungs aus Neuchâtel mit zwei Testpartien überbrückt. Beide gingen aber verloren. Zuerst unterlag man dem FC Zürich mit 1:3 und im zweiten Spiel dem FC Sochaux-Montbéliard mit 1:2. Morgen Freitag steht mit dem Heimspiel gegen Winterthur, nach dreiwöchiger Pause, endlich mal wieder eine Meisterschftspartie an. Auswärts hatte man gegen diesen Gegner eine 0:4-Packung kassiert und möchte sich nun revanchieren. Es wird der letzte Auftritt sein, bevor das Team von Trainer Bruno Berner am 18.Oktober für den Cup 1/16-Final nach Langenthal reisen wird! Gegen Winterthur werden die Neuenburger in Spezialtrikots auflaufen, die eigens für die Fête des Vendages (Fest der Weinlese) entworfen wurde, welches am 25.-27.September stattfand.

 

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