In den 1980-er Jahren war in Neuchâtel etwas Besonderes am Heranwachsen. Unter dem langjährigen Präsidenten Gilbert Facchinetti, der von 1979 bis 2005 im Amt war, und Trainer Gilbert Gress wurde die Mannschaft kontinuierlich verstärkt.
1981 noch ohne Gress, erreichte Xamax mit Rang 3 zum ersten Mal das Podest der Schweizer Fussball Meisterschaft. Mit dem Coach aus dem Elsass folgten hinter den Liga-Dominatoren GC und Servette die Ränge 4, 6, 4, 3 und 2. Schon beim Titel des Vizemeister 1986 sahen die Neuenburger lange wie der neue Meister aus, wurden aber von den Berner Young Boys noch abgefangen. Ein Jahr später, war es dann aber soweit und Neuchâtel Xamax wurde erstmals Schweizer Meister mit fünf Punkten Vorsprung auf GC und sechs vor dem FC Sion. Es war die letzte Saison in der 16-er Liga und mit Vevey-Sports, dem FC Wettingen, dem FC Locarno und La Chaux-de-Fonds stiegen gleich vier Teams in die NLB ab! In der darauffolgenden Saison 1987/88 kam zum ersten Mal der neuartige Modus mit 12 Teams, einer Finalrunde, oder für die weniger gut klassierten Teams, einer Auf-Abstiegsrunde mit den 4 besten NLB-Teams zur Austragung. Als Sieger dieser erstmals durchgeführten Qualifikation ging Titelverteidiger Xamax hervor, jedoch nur einen Punkt vor dem Grasshopper Club. Überaus attraktiv verlief in der Folge die Finalrunde. Der meist führende Titelträger Neuchâtel Xamax vermochte sich erst im allerletzten Spiel gegen die Verfolger Aarau, Servette und GC durchzusetzen. In der drittletzten Runde bezwang Xamax den überraschenden Leader Aarau vor 21'500 Fans auf der Maladière und holte sich die Tabellenspitze zurück. In Runde 35 kam es zum Zusammenschluss, weil Xamax gegen YB 0:1 verlor. So lautete die Tabelle eine Runde vor Schluss wie folgt: Xamax und Aarau je 30 Punkte +8 Tore, Servette 28 Punkte +11 Tore, GC 28 Punkte +1 Tor. Drei Duelle am 1.Juni 1988 mussten also die Entscheidung über den neuen Meister bringen: Xamax empfing St.Gallen, GC und Aarau trafen im Direktduell aufeinander und Servette musste gegen Lausanne antreten. Bereits in der 4.Spielminute setzte Servette mit dem 1:0 durch John Eriksen Druck auf. Nach 14 Minuten vermeldete der Totomat das 1:0 von Aarau im Duell mit GC- zu diesem Zeitpunkt war der FC Aarau Meister. Nach knapp einer Stunde fiel Aarau durch das 1:1 wieder vom Meisterthron. Dann brachen in Neuenburg alle Dämme, als Xamax durch einen Penalty von Rene Van der Gjip 1:0 in Führung gehen konnte. Xamax konnte seinen Titel verteidigen und schoss noch das 2:0. Servette brachte der 4:0-Erfolg im Léman-Derby schlussendlich ebenso wenig wie GC der 2:1-Sieg über Aarau. Der entscheidende Schritt zu den beiden Meistertiteln 1986/87 und 1987/88, war den Neuenburgern im Sommer 1985 geglückt. Mit den Zugängen von Uli Stielike und Heinz Hermann. Der damalige Weltmeister Stielike konnte sich mit seinem Club Real Madrid nach acht erfolgreichen Jahren, nicht mehr auf einen neuen Vertrag einigen und folgte dem Lockruf aus Neuenburg. Der Rekordinternationale Hermann hatte nach vier Meistertiteln mit GC auch Angebote aus dem Ausland, doch Xamax bot ihm die besseren Perspektiven. Im offensiven 4-3-3 System von Gress übernahmen die beiden, die kreativen Aufgaben im Mittelfeld und fütterten Stürmer Robert Lüthi (15 Saisontore) mit Vorlagen. Weitere Stützen waren Alain Geiger, Philippe Perret, Beat Sutter, Claude Ryf, Frédéric Chassot und Nati-Goalie Joel Corminboeuf.
Heute 38 Jahre später spielt Neuchâtel Xamax nicht mehr in der obersten Liga und auch um keinen Meistertitel mehr. Xamax ist nach acht Partien in der Challenge League auf dem fünften Zwischenrang. Nach dem fulminanten Saisonstart mit drei Siegen in den ersten drei Partien, fielen die Xamaxiens in ein Loch und verloren viermal in Folge! Vorallem die 0:4-Klatsche in Winterthur hinterliess Spuren und warf einige Fragen auf. Die Jungs von Trainer Bruno Berner, welchen man ab und zu mal auch im SRF-Studio als Experte sieht, konnten die Mini-Krise im Stade de Colovray in Nyon vor Wochenfrist beenden. Gegen Stade Nyonnais gab es letzten Freitag Abend wieder mal was zum jubeln. Eris Abedini brachte Xamax mit einem Schuss aus 30 Metern in Führung. Kurz danach wurde die Führung mit einem Eigentor wieder preis gegeben. Dank 2 Mouchen von Peter Ambrose gewann Xamax letztlich verdient mit 3:1. Es war kein glanzvoller Sieg, dafür einer des Kollektivs. Heute Freitag Abend folgt nun der nächste Heimauftritt für Neuchâtel Xamax in der Maladière gegen den FC Rapperswil/Jona. Xamax geht als klarer Favorit in dieses Spiel. In der letzten Saison hatten die Neuenburger in allen vier Duellen gewonnen (3:2 und 2:1 /h - 3:2 und 3:1 /a). In den letzten 12 Duellen mit dem FC Rapperswil/Jona, gab es für die Neuenburger 11 Siege und ein Remis bei 30:10 Toren!
Noch - 30 -Tage - bis - zum - Cupspiel!!! Die - Vorfreude - steigt!!!