35. HV der FCL-Senatorenvereinigung

Text und Fotos: Hans Mathys

 

FCL-Heimspiele wieder sonntags 15 Uhr

An der von 22 der aktuell 70 Mitglieder im Clubhaus Rankmatte besuchten 35. Hauptversammlung der Senatorenvereinigung des Fussballclubs Langenthal waren viele Neuigkeiten zu erfahren. So werde der FCL in der bevorstehenden Saison 2025/26 die Heimpartien – wie es Jahrzehnte lang Tradition war – wieder am Sonntagnachmittag mit Spielbeginn um 15 Uhr auf der Rankmatte durchführen. Die in der abgelaufenen Saison 2024/25 praktizierte Version mit Anpfiff jeweils samstags um 16.30 Uhr habe sich nicht bewährt. Dies belegen auch die Zuschauerzahlen, die um rund die Hälfte gesunken sind (auf meist nur noch knapp über 200). Apropos Zuschauerzahlen: Hier gab es ein wahres Highlight in der Saison 2024/25: Am 3. Dezember 2024 (Dienstagabend) pilgerten 1750 Zuschauende trotz kalten Temperaturen auf die Rankmatte zum Cup-Achtelfinalspiel FC Langenthal (1. Liga Classic) – FC Biel (Promotion League). Noch nie zuvor konnte sich der FCL für die Achtelfinals qualifizieren. Bisher war jeweils in den Sechzehntelfinals Endstation. Dies in den Saisons 1962/63 (Lausanne – Langenthal 6:0), 1968/69 (Luzern – Langenthal 6:4), 1984/85 (Basel – Langenthal 6:0), 2007/08 (Langenthal – Luzern vor 4400 Zuschauern 2:5). Der Cup-Viertelfinal Langenthal – Biel Anfang Dezember 2024 war rasch entschieden, denn nach einer Viertelstunde führten die Höherklassigen bereits 3:0, und am Ende gewannen die Bieler hoch 6:0. Der FC Biel sorgte nach dem Sieg in Langenthal für Furore, indem er die beiden Super League-Teams FC Lugano und BSC Young Boys besiegte und dann im Cupfinal gegen den FC Basel trotz toller Leistung 1:4 unterlag.

Trainer Jacobacci will um die ersten Plätze kämpfen

Nun aber zur 35. HV der FCL-Senatorenvereinigung, zu der Präsident Christian Nägeli neben FCL-Ehrenpräsident Guido Bardelli auch den aktuellen Trainer der FCL-Erstliga-Mannschaft, den 62-jährigen Maurizio Jacobacci begrüssen konnte, der seinen Vertrag beim FCL bis Ende Saison 2026/27 verlängert hat. FCL-Senatoren-Präsident Christian Nägeli sprach in seinem Jahresbericht bezüglich des FCL-Fanionteams von einer «ordentlichen» Saison 2024/25 – und von einer «sehr erfreulichen» Saison im Schweizer Cup. Der erste Teil der Rückrunde sei ebenfalls noch «sehr erfreulich» verlaufen, der zweite Teil der Rückrunde dann aber «nicht mehr». FCL-Trainer Maurizio Jacobacci, der zur Rückrunde den Portugiesen João Paiva ablöste (er wechselte zu den Frauen des Grasshopper Club Zürich), hielt in seinem Rückrunden-Fazit fest, dass die Partien gegen Solothurn, Black Stars und Besa Biel wirklich schlecht gewesen seien. Andere Spiele hätten trotz FCL-Dominanz zur Pause oft 0:0 gestanden, ehe man dann noch unglücklich mit einem Tor Differenz verloren habe. Immerhin habe der FCL im letzten Heimspiel der Saison beim 1:0-Sieg gegen Dietikon «trotz letztem» Aufgebot noch ein Erfolgserlebnis gehabt. Thematisiert hat Jacobacci auch die 0:3-Forfait-Niederlage des FCL gegen die U21-Mannschaft des Gruppensiegers Grasshopper Club Zürich in der letzten Meisterschaftsrunde, die im Lager der FCL-Fans für Kopfschütteln gesorgt hatte. Wegen vielen verletzten und kranken Spielern habe man, so Jacobacci, bloss sieben Feldspieler und drei Torhüter zur Verfügung gehabt. So hätte man auf Akteure der FCL-Fünftliga-Mannschaft zurückgreifen müssen, um im GC-Campus Niederhasli antreten zu können. «Trotzdem spielen oder 0:3 forfait verlieren?», habe die Frage gelautet. «Welches ist das kleinere Übel?», sei auch mit dem FCL-Präsidenten eingehend diskutiert worden. Der Entscheid sei schweren Herzens zugunsten der Forfait-Niederlage gefallen. FCL-Ehrenpräsident Guido Bardelli zeigte sich auch nicht glücklich über diese 0:3-Forfait-Niederlage. Trainer Jacobacci mit Blick auf die neue Saison 2025/26: «Es wird einen Umbruch geben.» Er verkündete, dass 13 bisherige Spieler den FCL verlassen, dass man das Team verjüngen werde und einen dynamischen Fussball praktizieren wolle. Um die idealen Voraussetzungen zu schaffen, werde pro Woche einmal mehr trainiert, was nicht mehr alle bisherigen Spieler mitmachen konnten oder wollten. «Einen Schritt nach vorne machen, um die ersten Plätze kämpfen und den Gegnern physisch besser entgegenhalten», formulierte Jacobacci seine Ziele.

Wiederum 15'000 Franken an den FC Langenthal

Thomas Fluri, Kassier der FCL-Senatoren, stellte die Jahresrechnung 2024/25 (1. Mai 2024 bis 30. April 2025) vor. Den Mitgliederbeiträgen von 20'160 Franken auf der Einnahmenseite stehen 18'120 Franken Ausgaben gegenüber, was einen Gewinn von 2'040 Franken ergibt. Die Beiträge an den FCL blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert: Die FCL-Senatoren überwiesen dem FCL-Hauptverein wiederum 12'000 Franken und den FCL-Junioren 3'000 Franken. Die Versammlung stimmte der Rechnung 2024/25 ebenso einstimmig zu, wie dem Budget 2025/26, das die gleichen Beiträge an den FCL vorsieht (12'000 Franken an den Hauptverein, 3'000 Franken an die Junioren). Gemäss Budget 2025/26 rechnen die FCL-Senatoren mit einem Defizit von 4'220 Franken, weil auf der Ausgabenseite ein Betrag von 5'000 Franken «Kompetenz Vorstand» eingerechnet ist. Dieser Betrag könnte beispielsweise bei besonderen Erfolgen ausgeschüttet werden. Das Vermögen der FCL-Senatoren beträgt zurzeit 19'200 Franken.

Alex Frei am 12. November 2025 auf der Rankmatte

FCL-Senatoren-Vorstandsmitglied Toni Widmer gelingt es immer wieder, namhafte aktuelle und ehemalige Spitzenfussballer für ein Referat am traditionellen Herbstanlass im FCL-Clubhaus auf der Rankmatte zu gewinnen. Auch Hanspeter Latour, Alain Suter und Andres Gerber, der aktuelle Präsident des FC Thun, waren schon hier. Als YB-Fan mit guten Beziehungen zu den Young Boys lockte Toni Widmer auch Christoph Spycher, David von Ballmoos und Levin Blum für Referate nach Langenthal. Vergangenen Herbst 2024 war Patrick Rahmen zu Gast im FCL-Clubhaus auf der Rankmatte. Eingeladen war er als YB-Trainer, doch das Referat hielt er nicht mehr als YB-Trainer, weil er ein paar Tage zuvor von der YB-Chefetage entlassen worden ist. Nicht ganz ohne Stolz verkündete Toni Widmer, wen er für den am 12. November 2025 stattfindenden Herbstanlass eingeladen hat: Alex Frei, Schweizer Rekordtorschütze, geboren am 15. Juli 1979. Alex Frei werde nicht nur von seiner Fussballkarriere erzählen, sondern auch Käse präsentieren. Er habe sich nach dem Fussball ein neues Geschäft aufgebaut und vergangenes Jahr die Ausbildung zum Käse-Sommelier erfolgreich abgeschlossen. So werden die Mitglieder der FCL-Senatoren am kommenden 12. November nicht nur viel Spannendes von Alex Freis Karriere als Profi-Fussballer erfahren, sondern auch Interessantes vom Käse. Der 35. Hauptversammlung der FCL-Senatoren folgte der legendäre Grillplausch, wo die fürs Clubrestaurant zuständigen Angela und Stephan Bärtschi mit ihren feinen Grilladen und köstlichen Salaten bezüglich Präsentation und Qualität Bestnoten einheimsten. Bei angeregten Gesprächen, bei denen der Fokus primär auf die neue Saison 2025/26 gerichtet war, wurde mit einem guten Tropfen Wein auf künftige – hoffentlich erfolgreiche – Zeiten angestossen.